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Apfelallergie

- alte Sorten fast ausnahmslos verträglich -

Was den Obst-Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt können viele Allergiker nur mit Wehmut betrachten. Für sie kann der Verzehr von Äpfeln zur Qual werden. Nach Angaben von Professor Dr. Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité sind bundesweit mehr als 2 Millionen Bürger von einer Apfelallergie betroffen, Tendenz steigend.

Eine Apfelallergie besteht häufig bei Erwachsenen mit einem Heuschnupfen gegen Baumpollen (Hasel, Erle, Birke). Sie äußert sich durch Beschwerden im Mund beim oder nach dem Essen von Äpfeln in Form von Juckreiz, Anschwellen der Schleimhäute oder der Zunge, Brennen, auch Niesen, Juckreiz an Nase und/oder Augen, Atembeschwerden und Hautbeschwerden. Allerdings sind die Reaktionen bei Apfelallergikern sehr unterschiedlich, so dass Einzelbeurteilungen notwendig sind.

Warum die Früchte allergische Reaktionen auslösen, wollten Wissenschaftler der Universität Hohenheim wissen. Die Lebensmitteltechniker untersuchten gemeinsam mit Medizinern der Uni Hamburg alte und neu gezüchtete Apfelsorten und kamen zu einem interessanten Ergebnis.

Eine Schlüsselrolle spielen die so genannten Polyphenole, die in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Sie sind gesundheitsfördernd und in wesentlich größeren Mengen in alten Apfelsorten im Vergleich zu den meisten Supermarktsorten enthalten. Kunden bevorzugen angeblich nur süße Äpfel, die möglichst rot sein sollen. Auch wird die Bräunung nach Anschnitt des Apfels negativ bewertet, obwohl sie ein Zeichen für einen hohen Anteil an Polyphenolen ist. Daher wurde bei vielen Neuzüchtungen die für Apfelallergiker besonders problematische Sorte Golden Delicious eingekreuzt. Welche der alten Apfelsorten für Allergiker aber besonders verträglich sind, ist kaum untersucht.

BUND Lemgo und das Thema Apfelallergie

Seit 1989 betreut die Lemgoer Gruppe eine Streuobstwiese. Ziel ist es dabei die alten Obstsorten und den Lebensraum Streuobstwiesen zu erhalten. Bei Exkursionen kamen immer wieder Personen die über eine mehr oder minder schwere Apfelallergie klagten und dann zu ihrer Freude feststellten, dass sie viele der alten Apfelsorten problemlos vertragen konnten. Manche von ihnen hatten über 20 Jahre und mehr keine Apfelsorten mehr gegessen.

Aus dieser Erkenntnis ist die Idee geboren dafür zu sorgen mehr Apfelallergiker zu informieren, dass es durchaus Apfelsorten gibt die sie problemlos vertragen können. Damit verbunden ist auch die Einsicht, dass Streuobstwiesen mit ihrem vielfältigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten auf Dauer nur erhalten werden können, wenn es eine akzeptable Nachfrage und Verwertung der Obstsorten gibt. 2005 startete das Apfelallergieprojekt.

Schnell wurde klar, dass konventionelle Obstbauern, Handel aber auch Krankenkassen nicht unbedingt ein Interesse hatten in ein solches Projekt einzusteigen. Daher blieb nur der Weg selbst mit Hilfe von betroffenen Allergikern zu ermitteln welche Apfelsorten als verträglich oder unverträglich einzustufen sind. Bundesweit wurden entsprechende Daten gesammelt. Die Angaben wurden in eine Statistik übernommen = http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html. Die Statistik wird fortlaufend ergänzt. Meldungen sind ausdrücklich erwünscht und tragen zu einer besseren Aussagekraft der Daten bei.

Bezug Apfelsorten für Allergiker

Da der Obsthandel fast ausnahmslos nur Neuzüchtungen im Angebot hat ist das größte Problem für Apfelallergiker Anbieter zu finden bei denen sie die als verträglich eingestuften Apfelsorten erhalten können.

Beim BUND Lemgo kann eine Liste mit Lieferanten angefordert werden, die bundesweit Anbieter von alten Apfelsorten enthält. Die Emailadresse lautet:

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Verträglichkeit von Apfelsorten  

Apfelallergiker reagieren unterschiedlich auf Apfelsorten, so dass individuell geprüft werden muss, welche Sorten verträglich oder unverträglich sind. Die Farbe der Apfelsorte spielt keine Rolle. Da sich im Laufe der Lagerzeit der Polyphenolgehalt abbaut kann es durchaus sein, dass die Sorten auf einmal unverträglicher werden.

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Obstsortendatenbank - Alte Äpfel - Quelle: Bund-Lemgo

Link - Alte Obstsorten

 

 

 

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Bienen- und Insektenwiese

Dein Garten ist zu klein? Schon ein kleines Stück Wildblumenwiese trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei wenn dort einheimische Wild- pflanzen einen Platz finden. Außer- dem ist es spannend zu beob-achten, wie sich das Wiesenstück im Laufe der Zeit verändert, welche Pflanzen dort nur ein kurzes einjähriges Gastspiel geben und welche Pflanzen sich etablieren.

 

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